Events? Immer mit einem Blitz im Bag

Posted by on Jan 11, 2018 | No Comments
Events? Immer mit einem Blitz im Bag

Ausführlichere Infos zur Bedienung und Nutzung von Systemblitzen (Speedlites) bekommt ihr in meinem Video-Tutorial bei der CHIP Academy 

Kennt ihr auch die Herausforderungen, auf Veranstaltungen tolle Bilder zu machen? Wenn in atmosphärischen Locations die Beleuchtung oft nur aus wenigen aber dafür grellen Lichtquellen besteht? Und man versucht, ohne Blitz und mit ISO 4000 oder noch höher fröhliche Gesichter von Teilnehmern einzufangen? Die Offenblende der Festbrennweite ist schon am Anschlag und dann tut sich auch noch der Autofokus schwer zu fokussieren? Ergebnis: Die Lichter brennen gnadenlos aus während die Gesichter und insbesondere die Augen der Menschen im Bild viel zu dunkel sind, vieles ist dazu noch verwackelt und/oder es rauscht! Eine ernsthafte Bearbeitung dauert Stunden und ist im Grunde doch vergebene Liebesmüh – denn die Bilder waren von vornherein kaum zu retten!

Natürlich kenne ich das auch! Und will ich solche Bilder produzieren, geschweige denn bearbeiten und meinen Kunden anbieten? Dickes NEIN!

Was tue ich also, um in schwierigen Lichtsituationen gefällige Bilder in guter Qualität und mit Erhalt der vorhandenen Lichtstimmung für meine Kunden zu erreichen?

Ich verwende einen Systemblitz! Gut, das machen andere auch…

Die Frage ist, wie dieser mitgebrachte Blitz eingesetzt wird. Viele Fotografen schnallen ihn einfach auf die Kamera, richten ihn nach vorn und feuern ab. ISO 100 oder 200 und eine Verschlußzeit von 1/125s oder 1/160s eingestellt – eben so, wie man im Studio mit Blitz fotografieren würde. Nur das Ergebnis? Totgeblitzte, unansehnliche Bilder! Harte Schatten, viel zu wenig von der Umgebung/Lichtstimmung mit eingefangen und dann noch diese üblen Glanzlichter auf den Gesichtern… Da muß dann ganz tief in die Bildbearbeitung-Trickkiste gegriffen werden um noch etwas zu retten! In schwarz-weiß ‚verwandeln‘ ist oft der letzte verbleibende Ausweg ;o)

Dabei ist der Systemblitz ein kleines mobiles Gottesgeschenk – vor allem bei Events mit schlechten Lichtverhältnissen. Um hier zuverlässig gute Ergebnisse zu bekommen achte ich auf 3 Dinge:

  1. ich nutze den Blitz wann immer möglich indirekt, d.h. ich drehe ihn SOFORT nach hinten, wenn ich die Möglichkeit habe, eine weiße/helle/graue Wand oder eine Säule oder einen Vorhang oder die Decke anzublitzen. Nur und wirklich nur, wenn ich um mich herum gar nichts zum Reflektieren des Blitzes habe drehe ich ihn nach vorn
  2. wenn ich ihn nach vorne drehe (und eigentlich auch, wenn ich ihn nach hinten gedreht habe), dann mache ich das Licht weicher indem ich die Leuchtfläche des Blitzes vergrößere. Wie? Indem ich ihn auf schräg oben-vorne einstelle, den Blitzkopf mit einem Diffuser abdecke und dann mein Lieblingswerkzeug für Events um den Blitz schnalle: einen „Rogue Flashbender“ in Größe Large. Die Vergrößerung der Leuchtfläche nimmt dem blanken Blitzlicht annehmbar die Härte und die Richtung – und damit schon mal den größten Schrecken. Denn die Glanzlichter auf den Gesichtern von Personen werden dadurch schon mal erheblich gemildert. Gleichzeitig wird auch etwas Licht nach oben abgegeben, was ich bei weißen Decken dankbar annehme!
  3. Ich passe ISO und Verschlußzeit so an, dass ich das gewünschte Verhältnis zwischen Umgebungslicht/vorhandener Lichtstimmung und Blitz erreiche. Typischerweise würde ich das Umgebungslicht immer etwas dunkler einfangen, als angeblitzte Personen im Bild – damit das Auge des Betrachters automatisch zum hellsten Punkt auf dem Bild wandert, den fröhlichen Gesichtern der Eventteilnehmer. Das tolle daran ist, dass selbst bei sehr dunklen Verhältnissen ISO 1600 oder niedriger meist vollkommen ausreichend ist, denn ich kann auch noch die Verschlußzeit der Kamera nutzen, um mehr Umgebungslicht einzufangen. Und bei Blitzeinsatz auf kürzere bis mittlere Distanz reicht eine Verschlußzeit von 1/80s locker aus, damit alles gestochen scharf wird. Denn die Abbrennzeit eines Speedlites ist extrem kurz und friert ohnehin die Bewegung ein. Ab etwa 1/30s oder länger kann es aus meiner Erfahrung zu leichten Verwischeffekten kommen. Da muß man sich zur Not entscheiden, ob man die ISO noch höher drehen oder mit Verwischungen leben will. Ein weiterer enormer Vorteil vom Blitzeinsatz bei höherem ISO ist, dass angeblitzte Personen selbst bei ISO 2000 noch erheblich besser bearbeitet werden können als wenn ich ISO 2000 ohne Blitz nutze.

Probiert es einfach einmal aus! Und natürlich – so ganz nebenbei… das ist auch eine der wie ich finde geeignetsten Methoden, um in Innenräumen Bilder von der Familie/ Kindern zu machen ohne den Aufwand eines Studioblitzeinsatzes…

Alle Bilder in diesem Beitrag sind mit einem Blitz und bei ISO-Werten zwischen 640 und 1600 entstanden. Die Verschlußzeiten liegen zwischen 1/160s und 1/30s. Natürlich bis auf die Außenaufnahme von JP Performance (Blitz in Hi-Sync bei 1/640s und ISO 160)